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"Kannste Vergessen?"

Der Podcast vom Lernen, Vergessen und Erinnern

Lernen ist schwer. Vergessen ist manchmal noch schwerer. Wie wird man Gelerntes wieder los? Das möchte Rainer Holl, Autor, Moderator und Poetry Slammer, wissen und verstehen. Dazu interviewt er Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Sonderforschungsbereichs „Extinktionslernen“ zu ihrer Forschung. Freut euch darauf, dem Gehirn in die Karten zu gucken! Es erwarten euch faszinierende Erkenntnisse aus den Bereichen Psychologie, Biopsychologie und Neurowissenschaften, ein Blick hinter die Kulissen des wissenschaftlichen Alltags sowie Slam-Poetry.

„Kannste Vergessen? – Der Podcast vom Lernen, Vergessen und Erinnern“ erscheint einmal im Monat. Der Stoff ist nicht klausurrelevant.

Folge 5, Mai: Dat geht unter die Haut

Wie lassen sich Gene ein- und ausschalten? Zum Bergfest unseres Podcastes „Kannste vergessen?“ begrüßt Rainer Holl in der fünften Folge Robert Kumsta, Professor für Genetische Psychologie an der Ruhr-Universität Bochum. Freut Euch auf einen Crashkurs in Epigenetik!

In dieser Folge erfahrt Ihr…                                                                                                                                                                                                                                          …was eigentlich Epigenetik ist                                                                                                                                                                                                                                    …wie epigenetischen Mechanismen funktionieren                                                                                                                                                                                                …welche Umwelteinflüsse und psychosozialen Erfahrungen mit zellulären Prozessen interagieren können                                                                                              …wie frühkindliche Entwicklungsphasen nachhaltig unser Epigenom und somit unser Leben, unsere Gesundheit, unser Verhalten im Erwachsenenalter prägen  …uvm.

Rainer Holls lyrische Zusammenfassung
zu Hören am Ende des Podcasts

Das geht unter die Haut
 
Wie gut oder wie schlecht gerüstet
Wir durch unser Leben gehen
Hängt gelegentlich zusammen
Mit dem Zustand unserer Gene
 
Nicht der von denen die wir erbten
Sondern der von jenen Genen
Die durch Einflüsse von außen
Nicht mehr jeden Test bestehen
 
Die Lesbarkeit ist mehr so geht so
Viel zu dicht sind sie gepackt
Auf manche hat man gar keinen Zugriff
Als hätte man das Gen gehackt
 
Und wie es Kinder so ergeht
Denen eben jene Gene fehlen
Die sie zur Entwicklung brauchen
Um später nicht im Life zu failen
Und welche Regeln gelten
Wenn’s um Einflüsse von außen geht
Kann man sagen wann genau
Ein Schaden am Genom entsteht
Und ist das alles umkehrbar
Oder ziemlich festgelegt
Diesen Fragen haben wir uns heute etwas – naja angenähert…
 
In unserem Crashkurs der Epigenetik – da haben wir erfahren
Diese Forschung ist wie viele andere Arbeit an den Grundlagen
Wie das Leben sich entwickelt im Einklang mit der Umwelt
Warum der Einfluss von Veränderungen stabil bleibt und anhält
Das auch wenn Einflüsse sich ändern 
Und die Dinge sich zum besseren wenden
Unsere Gene noch viel länger brauchen
Um ihre alte Form zu finden
 
So oder so eine Sache steht fest
Einen Fakt haben wir schon längst durchschaut
Egal was passiert in der Welt um uns rum
Es geht irgendwann alles mal unter die Haut.

Folge 4, April: Körper an Gehirn

Unwohlsein, gedrückte Stimmung, Fieber – wie kommuniziert der Körper mit dem Gehirn? Antworten darauf halten Rainer Holls Gäste Franziska Labrenz und Harald Engler in der vierten Folge unseres Podcasts „Kannste Vergessen?“ parat. Labrenz ist Postdoktorandin für experimentelle Psychobiologie an der Ruhr-Universität Bochum; Engler ist Professor für Verhaltensimmunbiologie und stellvertretender Leiter am Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensimmunbiologie des Universitätsklinikums Essen.

In dieser Folge erfahrt Ihr…
…warum Immunzellen als unser sechster Sinn gelten
…was die Darm-Gehirn-Achse ist und wie sie funktioniert
…wie Immun- und Nervensystem miteinander kommunizieren
…und wie spannende Experimente an Mensch und Tier dazu aussehen
…uvm.

Rainer Holls lyrische Zusammenfassung
zu Hören am Ende des Podcasts

Alles Fließt
 
Von der Meta-Ebene gesehen reden wir im Podcast 
Immer über einen Austausch von Information
Darum geht es in unserer Forschung wohl letztlich 
Auch immer um interne Kommunikation – IN. UNS. DRIN.
 
Also wie die Systeme in unserem Innern
Sich austauschen, lernen oder erinnern
Sich gegenseitig warnen, pushen oder hemmen
Und manchmal auch falsche Signale aussenden
 
Zum Beispiel auf der Achse zwischen Darm und Gehirn 
Das ist quasi unser körpereigenes, internes Twitter
Da gibt es Fake News zu Stress und das führt hin und wieder
Zum berühmt und berüchtigten braunen Gewitter
 
Ja unser Kopf, unser Darm, sogar unser Hormonsystem
Nichts davon existiert für sich alleine
Es ist alles mit allem am komplexesten vernetzt
Darum sind wir mehr nur als die Summe unserer Teile
 
Denn erst aus dem Zusammenspiel aller Elemente
Ergibt sich eine neue Perspektive
Eine neue Dimension, so etwas wie ein 6. Sinn
Der uns erkennen lässt was sonst verborgen bliebe
 
Wollen wir wirklich verstehen, wie dieses Netzwerk funktioniert
Wie das Gehirn mit dem Immunsystem kommuniziert
Dann müssen wir alle Komponenten betrachten
Ihre verschiedenen und auch die gemeinsamen Sprachen
 
Wir sind lebendige Wesen, komplexe Systeme
Die auf diversen Ebenen in Beziehung zu dem stehen
Was wir mal erlebt haben und nun als gegeben sehen
Doch das muss man wahrlich nicht einfach so hinnehmen
 
Denn letztlich ist alles im Fluss
Und wir stehen nicht bloß daneben
Wir selbst sind ein Teil dieses gigantischen Stroms
Und dieser Strom nennt sich einfach das Leben.

Folge 3, März: Dicken Kopp haste, biste getz schlau?

In der dritten Folge unseres Podcasts „Kannste vergessen?“ zeigt sich Moderator Rainer Holl beeindruckt von den High-End MRT- und EEG-Studien, die Biopsychologe Erhan Genç und Neuropsychologin Marie-Christin Fellner im Rahmen des SFB 1280 durchführen, um die Vernetzungen des Gehirns besser zu verstehen. Genç, ehemals Postdocs in der Biopsychologie der RUB, leitet die Forschungsgruppe „Neuroimaging und interindividuelle Unterschiede“ am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund. Fellner ist Postdoktorandin am Institut für Kognitive Neurowissenschaft an der RUB.

In dieser Folge erfahrt Ihr:
…was eigentlich Intelligenz ist (oder: wie die Neurowissenschaft Intelligenz definiert)
…was genau eine Erinnerung ist und wie das Gehirn es schafft, Erinnerungen zu formen
…wie man (diese) Gehirnaktivitäten messen kann
…und welche Konsequenzen sich aus dieser Forschung für menschliches Verhalten und künftige Therapien ableiten lassen

…uvm.

Rainer Holls lyrische Zusammenfassung
zu Hören am Ende des Podcasts

Was ist Intelligenz?

Intelligenz… das ist Schnelligkeit
Gepaart mit Akkuratesse
Wie Intelligenz sich in unserem Hirn zeigt
War heute für uns von Interesse

Führt die Struktur von Dendriten innerhalb der Areale
Zu feststellbaren Unterschieden in unserem Verhalten?
Dazu muss man die Netzwerke genauestens studieren
Quantifizieren und analysieren – Beim Extrem-Abstrahieren den Faden verlieren
Ihn dann wieder finden und neu kombinieren. Volumen und Netzwerke kartografieren.

Das alles jetzt sogar in FARBE und BUNT!
Wie geil ist das denn?

Doch egal –– wie fit du auch am EEG bist
Ob du Master of Arts im fMRI bist
Egal wieviel Geld du in Technologie steckst
Bringt es doch alles nichts, wenn du nicht mit den Menschen sprichst
Wenn du detailreiche Bilder von Cortexen schießt
Aber dabei den größeren Kontext vergisst

Vergessen – das ist mein Stichwort

Ich wollte mich selber an etwas erinnern
Doch irgendwie kann ich mich nicht recht entsinnen
Aber kann eine Erinnerung wirklich verschwinden
Oder ist sie noch da, nur lässt sich halt nicht finden
Vielleicht hat sie einfach das falsche Format
Nicht richtig kodiert – schon hat man den Salat

Jetzt bräuchte ich ne Standleitung in mein Gehirn
Dann könnte Marie mich mal evaluieren
Die Muster der Aktivitäten studieren
Den Prozess der Erinnerung algorithmisieren

Zumindest im Ansatz.
Aber NOCH habe ich ja keine Elektroden im Kopf – also zum Glück
Und so bleibe ich für heute mit vergessener Erinnerung zurück

Folge 2, Februar: Liebling, es ist nicht wie du denkst

„Gelernter Stoff bleibt besser hängen, wenn man danach ´ne Runde laufen war“ – so lautet das lyrische Fazit von Rainer Holl gegen Ende der zweiten Folge unseres Podcasts „Kannste vergessen“. Der Poetry Slammer spricht in Folge Zwei mit Marcella Woud und Christian Merz über Phänomene wie Angst und Stress und ihre Auswirkungen auf Lern- und Gedächtnisprozesse. Die eine ist ganz neu im Verbund SFB 1280 und als ausgezeichneter „Rising Star“ am Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie in der Therapie angesiedelt, der andere vom allersten Moment vor Jahren dabei und habilitierter Privatdozent in der Kognitiven Neurowissenschaft.

In dieser Folge erfahrt Ihr…
…was verzerrte Wahrnehmungen sind
…wie man sie wieder verlernen kann
…und wie Stress dabei helfen kann

uvm.

Rainer Holls lyrische Zusammenfassung
zu Hören am Ende des Podcasts

Wenn ich gelegentlich im Allgemeinen dazu neige
Eine Begebenheit des Alltags pessimistisch zu beschreiben
Dann gibt es dafür eine ziemlich einfache Erklärung
Denn ich leide unter Interpretationsverzerrung
 
Das heißt in doppeldeutigen Momenten sagt mir mein Gehirn
Das riecht nach Ärger – Hau bloß ab
Ich kann mich nicht dagegen wehren
Diese Gedanken machen Stress und dieser Stress der macht mir Angst
Und diese Angst die macht mir Stress und ich komm nicht dagegen an
 
Es sei denn – ich kann durch Erfahrung neue Muster etablieren
Die mein Denken und Erleben von Grund auf anders strukturieren
Denn wenn man Angst erlenen kann, dann kann man das auch umkehren
Ich hab mal irgendwo gehört das nennt sich Extinktionslernen
 
Und wo ich das gehört hab, habe ich auch gelernt das Stress
Uns manchmal helfen kann, wenn man nur weiß, wie man ihn einsetzt
So bleibt gelernter Stoff zum Beispiel besser Abrufbar
Wenn man nach dem Lernen eine Runde Laufen war
 
Das klingt für manche sicher fast zu schön, um wahr zu sein
Doch Stress allein macht dich jetzt leider nicht zu einem Einstein
Er kann uns aber helfen, wenn wir das Gehirn trainieren
Sich nicht immer auf eine negative Lesart zu fixieren
 
Somit sind Stress und Extinktion zwei wirklich wichtige Komponenten
Um die Verzerrung unserer Interpretationen zu beenden

Folge 1, Januar: Das Vermächtnis der Currywurst

Extinktionslernen – Was soll das denn bitte sein? Diese Frage stellt (sich) Rainer Holl in der ersten Folge unseres Podcasts „Kannste vergessen.“ Seine Gäste? Ulrike Bingel, Professorin für klinische Neurowissenschaften am Universitätsklinikum in Essen, und Onur Güntürkün, Professor für Biopsychologie an der Ruhr-Universität Bochum und Sprecher des Sonderforschungsbereichs „Extinction Learning“.

In dieser Folge erfahrt Ihr…
   …was zwei Gedächtniskopien mit einer Currywurst zu tun haben
   …wie unser Denken, Fühlen und Handeln das Erleben von Schmerzen beeinflusst
   …was der Placebo-Effekt ist und wie er wirkt
   …warum es sich im SFB 1280 fantastisch forschen lässt

   uvm.

Rainer Holls lyrische Zusammenfassung
zu Hören am Ende des Podcasts

Das Gehirn – Unendliche Weiten
Wir werden wohl niemals so wirklich begreifen
Wie diese komplexeste aller Strukturen
In der wir nach Fragen und Antworten suchen
Wirklich funktioniert. Also so richtig!
Aber das ist auch nicht schlimm. Wir sind ja nur Menschen.
 
Und eben darum gehen trotzdem los auf Spurensuche
Wir wollen alle relevanten Komponenten untersuchen
Wir wollen nicht direkt alles wissen – Aber schon besser verstehen
Zum Beispiel wohin man beim Küssen instinktiv den Kopf hindreht
 
Für gute Forschung braucht man auch nicht immer riesiges Budget
Es reicht auch manchmal Stift und Zettel, sowie ausreichend Kaffee 
 
Und wenn es wirklich mal drauf ankommt
Das man in einem Feld voran kommt
Wenn es Zeit wird für ein neues Level der Zusammenarbeit
Dann bewirbt man sich am besten für einen Sonderforschungsbereich
 
Hier vereinen sich die besten Köpfe einer Disziplin
Um ein bestimmtes Forschungsfeld in seiner Tiefe zu verankern
Hier wird sich ganz bewusst nur einem großen Sachverhalt verschrieben
Den kann man dann aber auch so richtig doll beackern
 
Im SFB 1280 dreht sich alles ums Gehirn
Um das Lernen und Vergessen und welche Prozesse dabei wirken
Warum können wir uns erinnern und warum an manches nicht
Gibt’s nur ein großes Gedächtnis oder doch noch eine Schicht
 
Kann man durch Gedanken – erkranken
Und kann Hoffnung heilen?
Sind Schmerzen erlernbar
Und wie kann man das vermeiden?
Warum wirken Placebos – spenden schmerzfreie Ruhe
Was haben Erwartungen mit alledem zu tun?

 

Das sind so Fragen in unserem Fokus
An so etwas forschen wir an der RUB hier in Bochum
Wir beschäftigen uns hier nicht nur mit dem Vergessen
Sondern auch mit dem beschreiben neuer Lernprozesse
 
Extinktionslernen lautet das Fachwort dafür
Und die interessantesten Facts dazu – die erfahrt hier hier
Ab jetzt jeden Monat in unserem Podcast
Kannste Vergessen – Wir freuen uns, wenn du rein hörst.

Immer am 17. des Monats eine neue Folge

Immer etwas Neues, die nächsten InterviewkandidatInnen stehen bereit. 

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