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"Kannste Vergessen?"

Der Podcast vom Lernen, Vergessen und Erinnern

Lernen ist schwer. Vergessen ist manchmal noch schwerer. Wie wird man Gelerntes wieder los? Das möchte Rainer Holl, Autor, Moderator und Poetry Slammer, wissen und verstehen. Dazu interviewt er Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Sonderforschungsbereichs „Extinktionslernen“ zu ihrer Forschung. Freut euch darauf, dem Gehirn in die Karten zu gucken! Es erwarten euch faszinierende Erkenntnisse aus den Bereichen Psychologie, Biopsychologie und Neurowissenschaften, ein Blick hinter die Kulissen des wissenschaftlichen Alltags sowie Slam-Poetry.

„Kannste Vergessen? – Der Podcast vom Lernen, Vergessen und Erinnern“ erscheint einmal im Monat. Der Stoff ist nicht klausurrelevant.

Folge 9, September: Hip, Hipper, Hippocampus

In der neunten Folge unseres Podcastes „Kannste vergessen?“ begibt sich Rainer Holl mental auf eine Reise in eine ganz besondere Hirnregion: den Hippocampus. Seine Reisebegleiter? Zwei erfahrene Wissenschaftler, die schon seit Jahren dazu an der Ruhr-Universität forschen: Nikolai Axmacher, Professor für Neuropsychologie und Sen Cheng, Professor für Computational Neuroscience.

In dieser Folge erfahrt Ihr…
…was der Hippocampus ist, wo er im Gehirn sitzt und was seine Aufgaben sind                                                                                                                                             
…welche unterschiedlichen Formate eine Erinnerung haben kann                                                                                                                                                                        …wie sich verschiedene Kontexte auf die Leistung des Gedächtnisses auswirken können                                                                                                                             …wie sich Spuren von Erfahrungen im Gehirn aufspüren lassen                                                                                                                                                                          …wie man komplexe, neuronale Netzwerke mit mathematischen Modellen und Computersimulationen vereinfachen und besser studieren kann                            …welche Rolle dabei KI und Roboter spielen

…uvm.

Rainer Holls lyrische Zusammenfassung
zu Hören am Ende des Podcasts

Zu Beginn eine Quizfrage!
Was haben das menschliche Gehirn und die Gäste in unserem Podcast gemeinsam?  
 
Genauso wie die Lebensläufe der SFB1280 Garde
Ist das Gehirn eine Ansammlung gewundener Pfade
 
Von quantitativer Physik und theoretischer Philosophie
Geht es schließlich in die Klinik  
Mit Empirie gegen Epilepsie
Wenn im Nanobereich der Bezug zu den Menschen fehlt
Wenn man Zeitangaben in Femtosekunden zählt
Wenn man denkt das kann nicht alles sein – dann gibt es nur eins
Den Wechsel in die Computational Neuroscience
 
Und da hat jeder sein Steckenpferd – oder manchmal auch ein See-Pferdchen
Wobei der Hippocampus in der Forschung sehr begehrt ist
Denn ohne die beiden Campi kann kein neues Wissen entstehen
Das wäre so wie unseren Podcast hören und am Ende dann noch nichts verstehen
Weil die Infos die ihr aufnähmt nicht gespeichert werden könnten
Das Gedächtnis würde ganz allmählich auseinanderbröckeln
Wobei DAS GEDÄCHTNIS ist nicht die GENAUESTE Bezeichnung
Es ist keine schwarze Box im Hirn mit klarer Wegbeschreibung
Es ist viel mehr ein System, Modular komplex vernetzt
Von Gefühlen und von Strömen von Gedanken durchsetzt
In dem Erinnerungen neuronale Spuren hinterlassen
Die sogenannten Engramme – auf deren Suche wir uns machen
 
Und um besser zu verstehen
Welche Wege im Gehirn
Wie und auch auf welche Weise
Miteinander wie verzweigt sind
Müssen wir das modellieren
Möglichst einfach simulieren
Nicht verkomplizieren
Und den Überblick verlieren
Ein paar Gleichungen formulieren
Und dann Thesen postulieren
Wie Neuronen kommunizieren 
Und in Netzwerken interagieren
 
Klingt einfach – ist relativ kompliziert
Wir machen es trotzdem
UND BAUEN DAS DANN IN EINEN ROBOTER EIN – BAM!
Weil Verhalten immer stattfindet in der REALEN Welt 
Einer echten Umgebung von komplexer Gestalt
Deswegen der Roboter! Und dann simulieren damit räumliche Navigation!
Hallo!? Wie geil ist das!?
 
Es gab noch so viel mehr von dem ich hier berichten könnte
Allerdings sprengt das dann wirklich unsere zeitliche Grenze
 
Zum Schluss noch ein Tipp für all jene die oft zweifeln
An der Welt, an sich selbst an alltäglichen Breitseiten
Nicht die Lösung für alles, aber hilfreich und weitreichend
Ist hin und wieder mal, eine mentale Zeitreise.

Folge 8, August: Kleinhirn an Großhirn

„Ich bin Fan vom Kleinhirn“ – In Folge acht lässt sich Moderator Rainer Holl von den Forscherinnen Melanie Mark, Professorin für Verhaltensneurobiologie, und Dagmar Timmann-Braun, Professorin für Experimentelle Neurologie, für eine ganz besondere Region unseres Gehirns begeistern: das Kleinhirn oder Cerebellum.

In dieser Folge erfahrt Ihr…
… was das Cerebellum ist und wo es sitzt
… was die vielen und vielfältigen Funktionen des Kleinhirns sind
… warum die nicht-motorischen Fähigkeiten bislang unterschätzt und unterforscht blieben
… wie neuste Techniken die Kleinhirnforschung vorantreiben
… was passiert, wenn das Kleinhirn nicht funktioniert
… wie sich eine Ataxie bemerkbar macht und was helfen könnte
… wie das Maus-Modell die Suche nach Medikamenten unterstützt
… warum der Otto-Sketch über das Kleinhirn mehr als zutreffend ist
… warum Bochum das Hawaii des Ruhrgebiets ist

…uvm.

Rainer Holls lyrische Zusammenfassung
zu Hören am Ende des Podcasts

Das unterschätze Geschwisterchen
 

Das menschliche Gehirn — unendliche Weiten
Die komplexen Strukturen lassen sich kaum beschreiben
Doch Forscher bemühen uns dennoch zu zeigen
Auf welche ganz wunderbar rätselhafte Weisen
Die verschiedenen Areale funktionieren, was sie leisten
Zum Beispiel das Cerebellum — man kennt es auch als Kleinhirn
Bislang wurde dieser Bereich im gemeinhin
Eher spärlich behandelt — So wie das mittlere von Dreien

Also wenn das Kleinhirn und seine Nachbarareale jetzt Geschwister wären
Für die Metapher und den Reim setze ich das nun einfach mal voraus.

Das Kleinhirn hat noch sehr viele unbekannte Ecken
Auch nach Jahren der Forschung gibt es Neues zu entdecken
Mit besserer Technik bekommen wir mehr Einblick
Entdecken neue Funktionen die das Kleinhirn sich vornimmt
Es zeigt sich mal wieder: Das Ganze ist größer, als die Summe seiner Teile
Alles was das Großhirn tut, benötigt auch das Kleinhirn

Es hilft uns motorisch zu lernen,
Es steuert unsere Bewegung
Funktioniert das Kleinhirn fehlerhaft
Wirkt es so, als hätte man Seegang
Das wusste man schon länger — Aber es kann noch sehr viel mehr als das…

Das Kleinhirn prädiziert, evaluiert und dezidiert für uns
Kurz gesagt es schaut es für uns ein Stückchen in die Zukunft
Es trifft Voraussagen darüber was alles schief gehen könnte
Und so manches Missgeschick findet so doch ein gutes Ende


Das Cerebellum — die stille Heldin
Die Dirigentin des Gehirns
Die Symphonie unserer Gefühle
Wird durch ihre Hand geführt

Damit das Kunststück gelingt
Dafür braucht man echte Power
Genauer gesagt 80% aller Neuronen
Und einen ausgeklügelten Bauplan

Und diesen Bauplan, diesen Schaltkreis
Den lernen wir immer besser verstehen
Zum Beispiel durch die Arbeit unserer Forscherinnen hier am SFB

Das Gute ist, es bleibt recht spannend
Das Wissen in diesem Bereich explodiert
Es wird jetzt schon an Menschen gezielt therapiert
Bestimmte Symptome medikamentiert
Das heißt aus Theorie und aus Forschung wird Praxis formuliert

Das unterschätze Geschwisterchen überrascht uns auch weiterhin
Vielleicht war es das was Otto meinte als er sagte:
Großhirn an Kleinhirn —
Vielen Dank für den Tipp, Faust einfahren, Blutdruck senken
Die Sinfonie der Emotionen, wäre ohne das Kleinhirn nicht zu denken.

Folge 7, Juli: Weißte noch? 

I am still confused, but on a higher level” – In der siebten Folge unseres Podcastes „Kannste vergessen?“ ist Harald Lachnit, Professor für Experimentelle & Klinische Biopsychologie an der Philipps-Universität Marburg und Leiter des Projekts 15 unseres Sonderforschungsbereiches zu Gast bei Rainer Holl und berichtet aus 35 Jahren Forschung.

In dieser Folge erfahrt Ihr…
…was (assoziatives) Lernen ist
…wie Umwelt und Kontext unser Lernen beeinflussen
…wie man Lernprozesse untersucht
…was experimentelle Lernforschung ist

…uvm.

Rainer Holls lyrische Zusammenfassung
zu Hören am Ende des Podcasts

Du lernst nicht für die Schule…
Du lernst hier für das Leben.
 
Diesen Spruch hat man mir früher häufig versucht einzureden
 
Doch was dieses Lernen jetzt mal wirklich zu bedeuten hat
Das ist etwas das ich wohl bis heute nicht verstanden hab
 
Ich mein ich weiß ich mach was und vielleicht denk ich mir das war toll
Und beim nächsten Mal mach ich das dann nochmal genau so weil
Ich eben gelernt habe, dass diese Art zu Handeln mir
Weiter hilft und daher eine gute Strategie darstellt
 
Wir lernen nicht nur WAS zu tun ist
Sondern vor allem auch WANN und WARUM
Ohne die richtige Motivation
Bleiben wir so gesehen – ja, jetzt nicht dumm
 
Aber ohne echte Anreize, bringt uns das beste Wissen nichts
Erst wenn man uns motiVIERT, wird gelerntes freigesetzt
Doch davon hat man mir jetzt früher leider nicht so viel erzählt
Darum habe ich mich in der Schule wohl auch so gequält 
 
Doch nicht nur in der Schule greift die Logik die ich grad beschrieb
Auch bei aktuELLEN Themen macht es einen Unterschied
Ob WIR zu nem Problem jetzt einfach nur die nackten Fakten wissen 
Oder unser Handeln wirklich anpassen und uns verbessern
 
Darum macht es auch Sinn wenn zum Themenbereich LERNEN forscht
Nicht nur IN das Hirn zu gucken – das dieses Verhalten formt
Sondern auch die Umstände des Lernens besser zu verstehen
Weil Lernen nicht nur im Gehirn passiert, sondern auch im Geschehen
Das die Lernenden umgibt
Das uns fördert oder hindert
Uns zurückhält oder schiebt
Das Wissen mehrt oder es mindert
Ich weiß, das klingt jetzt kompliziert
Diese Verwirrung will ich lindern
Ich wollte ja eigentlich nur am Ende pointiert daran erinnern…
 
Dass der Mensch nicht nur FÜR das Leben lernt
Die Aussage ist stark verkürzt.
Lernen ist vielmehr ein Synonym
Und es heißt, dass man am Leben ist.  

Folge 6, Juni: Wo dat Herz schneller schlägt

In Folge sechs begrüßt Moderator und Hobby-Neurologe Rainer Holl die technical wizards Tobias Otto, Diplom-Ingenieur und Thomas Ernst, Doktor der Neurologie und Diplom-Physiker, die mit ihm den Maschinenraum des Sonderforschungsbereiches betreten. Gemeinsam werfen sie die Motoren an und bringen mit Schrauben und Kabel Forschung erst so richtig zum Leuchten.

In dieser Folge erfahrt Ihr
…WIE am Sonderforschungsbereich geforscht wird und warum dieses WIE so wichtig ist
…wer die technischen Zauberer hinter den Kulissen sind
…wie man mit einem Magnetfeldtomographen Bilder erzeugt und was diese abbilden
…wie man mit umfangreichen Datensätzen umgeht arbeitet

…uvm.

Rainer Holls lyrische Zusammenfassung
zu Hören am Ende des Podcasts

Warum Genie und Magie so nahe beieinander liegen

Die Wissenschaft ist ein Abenteuerland
Eine Welt voller Rätsel und Mythen
Es gibt vieles zu Lernen und viel zu entdecken
Doch vor manchem da muss man sich hüten

Es gibt dort Hürden und Hindernisse
Geheime Fallen und auch hinderliche
Hundsgemeine falsch gelegte Fährten
Die selbst gestandene Gelehrte – in die Irre leiten können
Das kostet Zeit und Geld vor allem aber: Nerven

Es gibt Pläne zu schmieden und du brauchst Strategien
Um auf jedem Gebiet geschickt zu navigieren
Doch um diesen Anspruch zu realisieren
Da braucht es hin und wieder: Magie

Wir brauchen Magier*innen, wir brauchen Technik Nerds
Wobei das greift zu kurz–
Weil zu wahrer Zauberei stets mehr als Technisches Know-How gehört
Wir brauchen Bastler, Tüftler, Held*innen der IMAGINATION
Aus deren Köpfen werden selbst in kleinsten Laboren – große Ideen geboren

Sie sammeln Daten und Fakten nicht in staubigen Akten
Sondern Online und weltweit verfügbar
So das alle die wollen darauf zugreifen können
Das erleichtert die Forschungsarbeit spürbar

Wir brauche die Menschen die Forschen
Wir brauchen ihr wertvolles Wissen
Doch ebenso wichtig sind all die
Akteur*innen hinter den Kulissen

Denn die Wissenschaft BLEIBT ein Abenteuerland
Und da besteht man bestimmt nicht alleine
Es braucht jemand mit Spieltrieb und Weitsicht
Und viel Fantasie dicht an unserer Seite.

Denn egal wieviel Geld, Zeit und Technik wir haben
Es wird mehr als nur dieses benötigt
Erst durch die richtigen Prise Magie
Werden Forschungserfolge ermöglicht

Folge 5, Mai: Dat geht unter die Haut

Wie lassen sich Gene ein- und ausschalten? Zum Bergfest unseres Podcastes „Kannste vergessen?“ begrüßt Rainer Holl in der fünften Folge Robert Kumsta, Professor für Genetische Psychologie an der Ruhr-Universität Bochum. Freut Euch auf einen Crashkurs in Epigenetik!

In dieser Folge erfahrt Ihr…                                                                                                                                                                                                                                          …was eigentlich Epigenetik ist                                                                                                                                                                                                                                    …wie epigenetischen Mechanismen funktionieren                                                                                                                                                                                                …welche Umwelteinflüsse und psychosozialen Erfahrungen mit zellulären Prozessen interagieren können                                                                                              …wie frühkindliche Entwicklungsphasen nachhaltig unser Epigenom und somit unser Leben, unsere Gesundheit, unser Verhalten im Erwachsenenalter prägen 

…uvm.

Rainer Holls lyrische Zusammenfassung
zu Hören am Ende des Podcasts

Das geht unter die Haut
 
Wie gut oder wie schlecht gerüstet
Wir durch unser Leben gehen
Hängt gelegentlich zusammen
Mit dem Zustand unserer Gene
 
Nicht der von denen die wir erbten
Sondern der von jenen Genen
Die durch Einflüsse von außen
Nicht mehr jeden Test bestehen
 
Die Lesbarkeit ist mehr so geht so
Viel zu dicht sind sie gepackt
Auf manche hat man gar keinen Zugriff
Als hätte man das Gen gehackt
 
Und wie es Kinder so ergeht
Denen eben jene Gene fehlen
Die sie zur Entwicklung brauchen
Um später nicht im Life zu failen
Und welche Regeln gelten
Wenn’s um Einflüsse von außen geht
Kann man sagen wann genau
Ein Schaden am Genom entsteht
Und ist das alles umkehrbar
Oder ziemlich festgelegt
Diesen Fragen haben wir uns heute etwas – naja angenähert…
 
In unserem Crashkurs der Epigenetik – da haben wir erfahren
Diese Forschung ist wie viele andere Arbeit an den Grundlagen
Wie das Leben sich entwickelt im Einklang mit der Umwelt
Warum der Einfluss von Veränderungen stabil bleibt und anhält
Das auch wenn Einflüsse sich ändern 
Und die Dinge sich zum besseren wenden
Unsere Gene noch viel länger brauchen
Um ihre alte Form zu finden
 
So oder so eine Sache steht fest
Einen Fakt haben wir schon längst durchschaut
Egal was passiert in der Welt um uns rum
Es geht irgendwann alles mal unter die Haut.

Folge 4, April: Körper an Gehirn

Unwohlsein, gedrückte Stimmung, Fieber – wie kommuniziert der Körper mit dem Gehirn? Antworten darauf halten Rainer Holls Gäste Franziska Labrenz und Harald Engler in der vierten Folge unseres Podcasts „Kannste Vergessen?“ parat. Labrenz ist Postdoktorandin für experimentelle Psychobiologie an der Ruhr-Universität Bochum; Engler ist Professor für Verhaltensimmunbiologie und stellvertretender Leiter am Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensimmunbiologie des Universitätsklinikums Essen.

In dieser Folge erfahrt Ihr…
…warum Immunzellen als unser sechster Sinn gelten
…was die Darm-Gehirn-Achse ist und wie sie funktioniert
…wie Immun- und Nervensystem miteinander kommunizieren
…und wie spannende Experimente an Mensch und Tier dazu aussehen


…uvm.

Rainer Holls lyrische Zusammenfassung
zu Hören am Ende des Podcasts

Alles Fließt
 
Von der Meta-Ebene gesehen reden wir im Podcast 
Immer über einen Austausch von Information
Darum geht es in unserer Forschung wohl letztlich 
Auch immer um interne Kommunikation – IN. UNS. DRIN.
 
Also wie die Systeme in unserem Innern
Sich austauschen, lernen oder erinnern
Sich gegenseitig warnen, pushen oder hemmen
Und manchmal auch falsche Signale aussenden
 
Zum Beispiel auf der Achse zwischen Darm und Gehirn 
Das ist quasi unser körpereigenes, internes Twitter
Da gibt es Fake News zu Stress und das führt hin und wieder
Zum berühmt und berüchtigten braunen Gewitter
 
Ja unser Kopf, unser Darm, sogar unser Hormonsystem
Nichts davon existiert für sich alleine
Es ist alles mit allem am komplexesten vernetzt
Darum sind wir mehr nur als die Summe unserer Teile
 
Denn erst aus dem Zusammenspiel aller Elemente
Ergibt sich eine neue Perspektive
Eine neue Dimension, so etwas wie ein 6. Sinn
Der uns erkennen lässt was sonst verborgen bliebe
 
Wollen wir wirklich verstehen, wie dieses Netzwerk funktioniert
Wie das Gehirn mit dem Immunsystem kommuniziert
Dann müssen wir alle Komponenten betrachten
Ihre verschiedenen und auch die gemeinsamen Sprachen
 
Wir sind lebendige Wesen, komplexe Systeme
Die auf diversen Ebenen in Beziehung zu dem stehen
Was wir mal erlebt haben und nun als gegeben sehen
Doch das muss man wahrlich nicht einfach so hinnehmen
 
Denn letztlich ist alles im Fluss
Und wir stehen nicht bloß daneben
Wir selbst sind ein Teil dieses gigantischen Stroms
Und dieser Strom nennt sich einfach das Leben.

Folge 3, März: Dicken Kopp haste, biste getz schlau?

In der dritten Folge unseres Podcasts „Kannste vergessen?“ zeigt sich Moderator Rainer Holl beeindruckt von den High-End MRT- und EEG-Studien, die Biopsychologe Erhan Genç und Neuropsychologin Marie-Christin Fellner im Rahmen des SFB 1280 durchführen, um die Vernetzungen des Gehirns besser zu verstehen. Genç, ehemals Postdocs in der Biopsychologie der RUB, leitet die Forschungsgruppe „Neuroimaging und interindividuelle Unterschiede“ am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund. Fellner ist Postdoktorandin am Institut für Kognitive Neurowissenschaft an der RUB.

In dieser Folge erfahrt Ihr…
…was eigentlich Intelligenz ist (oder: wie die Neurowissenschaft Intelligenz definiert)
…was genau eine Erinnerung ist und wie das Gehirn es schafft, Erinnerungen zu formen
…wie man (diese) Gehirnaktivitäten messen kann
…und welche Konsequenzen sich aus dieser Forschung für menschliches Verhalten und künftige Therapien ableiten lassen

…uvm.

Rainer Holls lyrische Zusammenfassung
zu Hören am Ende des Podcasts

Was ist Intelligenz?

Intelligenz… das ist Schnelligkeit
Gepaart mit Akkuratesse
Wie Intelligenz sich in unserem Hirn zeigt
War heute für uns von Interesse

Führt die Struktur von Dendriten innerhalb der Areale
Zu feststellbaren Unterschieden in unserem Verhalten?
Dazu muss man die Netzwerke genauestens studieren
Quantifizieren und analysieren – Beim Extrem-Abstrahieren den Faden verlieren
Ihn dann wieder finden und neu kombinieren. Volumen und Netzwerke kartografieren.

Das alles jetzt sogar in FARBE und BUNT!
Wie geil ist das denn?

Doch egal –– wie fit du auch am EEG bist
Ob du Master of Arts im fMRI bist
Egal wieviel Geld du in Technologie steckst
Bringt es doch alles nichts, wenn du nicht mit den Menschen sprichst
Wenn du detailreiche Bilder von Cortexen schießt
Aber dabei den größeren Kontext vergisst

Vergessen – das ist mein Stichwort

Ich wollte mich selber an etwas erinnern
Doch irgendwie kann ich mich nicht recht entsinnen
Aber kann eine Erinnerung wirklich verschwinden
Oder ist sie noch da, nur lässt sich halt nicht finden
Vielleicht hat sie einfach das falsche Format
Nicht richtig kodiert – schon hat man den Salat

Jetzt bräuchte ich ne Standleitung in mein Gehirn
Dann könnte Marie mich mal evaluieren
Die Muster der Aktivitäten studieren
Den Prozess der Erinnerung algorithmisieren

Zumindest im Ansatz.
Aber NOCH habe ich ja keine Elektroden im Kopf – also zum Glück
Und so bleibe ich für heute mit vergessener Erinnerung zurück

Folge 2, Februar: Liebling, es ist nicht wie du denkst

„Gelernter Stoff bleibt besser hängen, wenn man danach ´ne Runde laufen war“ – so lautet das lyrische Fazit von Rainer Holl gegen Ende der zweiten Folge unseres Podcasts „Kannste vergessen“. Der Poetry Slammer spricht in Folge Zwei mit Marcella Woud und Christian Merz über Phänomene wie Angst und Stress und ihre Auswirkungen auf Lern- und Gedächtnisprozesse. Die eine ist ganz neu im Verbund SFB 1280 und als ausgezeichneter „Rising Star“ am Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie in der Therapie angesiedelt, der andere vom allersten Moment vor Jahren dabei und habilitierter Privatdozent in der Kognitiven Neurowissenschaft.

In dieser Folge erfahrt Ihr…
…was verzerrte Wahrnehmungen sind
…wie man sie wieder verlernen kann
…und wie Stress dabei helfen kann

uvm.

Rainer Holls lyrische Zusammenfassung
zu Hören am Ende des Podcasts

Wenn ich gelegentlich im Allgemeinen dazu neige
Eine Begebenheit des Alltags pessimistisch zu beschreiben
Dann gibt es dafür eine ziemlich einfache Erklärung
Denn ich leide unter Interpretationsverzerrung
 
Das heißt in doppeldeutigen Momenten sagt mir mein Gehirn
Das riecht nach Ärger – Hau bloß ab
Ich kann mich nicht dagegen wehren
Diese Gedanken machen Stress und dieser Stress der macht mir Angst
Und diese Angst die macht mir Stress und ich komm nicht dagegen an
 
Es sei denn – ich kann durch Erfahrung neue Muster etablieren
Die mein Denken und Erleben von Grund auf anders strukturieren
Denn wenn man Angst erlenen kann, dann kann man das auch umkehren
Ich hab mal irgendwo gehört das nennt sich Extinktionslernen
 
Und wo ich das gehört hab, habe ich auch gelernt das Stress
Uns manchmal helfen kann, wenn man nur weiß, wie man ihn einsetzt
So bleibt gelernter Stoff zum Beispiel besser Abrufbar
Wenn man nach dem Lernen eine Runde Laufen war
 
Das klingt für manche sicher fast zu schön, um wahr zu sein
Doch Stress allein macht dich jetzt leider nicht zu einem Einstein
Er kann uns aber helfen, wenn wir das Gehirn trainieren
Sich nicht immer auf eine negative Lesart zu fixieren
 
Somit sind Stress und Extinktion zwei wirklich wichtige Komponenten
Um die Verzerrung unserer Interpretationen zu beenden

Folge 1, Januar: Das Vermächtnis der Currywurst

Extinktionslernen – Was soll das denn bitte sein? Diese Frage stellt (sich) Rainer Holl in der ersten Folge unseres Podcasts „Kannste vergessen.“ Seine Gäste? Ulrike Bingel, Professorin für klinische Neurowissenschaften am Universitätsklinikum in Essen, und Onur Güntürkün, Professor für Biopsychologie an der Ruhr-Universität Bochum und Sprecher des Sonderforschungsbereichs „Extinction Learning“.

In dieser Folge erfahrt Ihr…
   …was zwei Gedächtniskopien mit einer Currywurst zu tun haben
   …wie unser Denken, Fühlen und Handeln das Erleben von Schmerzen beeinflusst
   …was der Placebo-Effekt ist und wie er wirkt
   …warum es sich im SFB 1280 fantastisch forschen lässt

   uvm.

Rainer Holls lyrische Zusammenfassung
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Das Gehirn – Unendliche Weiten
Wir werden wohl niemals so wirklich begreifen
Wie diese komplexeste aller Strukturen
In der wir nach Fragen und Antworten suchen
Wirklich funktioniert. Also so richtig!
Aber das ist auch nicht schlimm. Wir sind ja nur Menschen.
 
Und eben darum gehen trotzdem los auf Spurensuche
Wir wollen alle relevanten Komponenten untersuchen
Wir wollen nicht direkt alles wissen – Aber schon besser verstehen
Zum Beispiel wohin man beim Küssen instinktiv den Kopf hindreht
 
Für gute Forschung braucht man auch nicht immer riesiges Budget
Es reicht auch manchmal Stift und Zettel, sowie ausreichend Kaffee 
 
Und wenn es wirklich mal drauf ankommt
Das man in einem Feld voran kommt
Wenn es Zeit wird für ein neues Level der Zusammenarbeit
Dann bewirbt man sich am besten für einen Sonderforschungsbereich
 
Hier vereinen sich die besten Köpfe einer Disziplin
Um ein bestimmtes Forschungsfeld in seiner Tiefe zu verankern
Hier wird sich ganz bewusst nur einem großen Sachverhalt verschrieben
Den kann man dann aber auch so richtig doll beackern
 
Im SFB 1280 dreht sich alles ums Gehirn
Um das Lernen und Vergessen und welche Prozesse dabei wirken
Warum können wir uns erinnern und warum an manches nicht
Gibt’s nur ein großes Gedächtnis oder doch noch eine Schicht
 
Kann man durch Gedanken – erkranken
Und kann Hoffnung heilen?
Sind Schmerzen erlernbar
Und wie kann man das vermeiden?
Warum wirken Placebos – spenden schmerzfreie Ruhe
Was haben Erwartungen mit alledem zu tun?

 

Das sind so Fragen in unserem Fokus
An so etwas forschen wir an der RUB hier in Bochum
Wir beschäftigen uns hier nicht nur mit dem Vergessen
Sondern auch mit dem beschreiben neuer Lernprozesse
 
Extinktionslernen lautet das Fachwort dafür
Und die interessantesten Facts dazu – die erfahrt hier hier
Ab jetzt jeden Monat in unserem Podcast
Kannste Vergessen – Wir freuen uns, wenn du rein hörst.

Immer am 17. des Monats eine neue Folge

Immer etwas Neues, die nächsten InterviewkandidatInnen stehen bereit. 

Angeklickt: 

Folge 6, Mai: Wo dat Herz schneller schlägt

In Folge sechs begrüßt Moderator und Hobby-Neurologe Rainer Holl die technical wizards Tobias Otto, Diplom-Ingenieur und Thomas Ernst, Doktor der Neurologie und Diplom-Physiker, die mit ihm den Maschinenraum des Sonderforschungsbereiches betreten. Gemeinsam werfen sie die Motoren an und bringen mit Schrauben und Kabel Forschung erst so richtig zum Leuchten.

In dieser Folge erfahrt ihr
…WIE am Sonderforschungsbereich geforscht wird und warum dieses WIE so wichtig ist
…wer die technischen Zauberer hinter den Kulissen sind
…wie man mit einem Magnetfeldtomographen Bilder erzeugt und was diese abbilden
…wie man mit umfangreichen Datensätzen umgeht arbeitet

…uvm.

Rainer Holls lyrische Zusammenfassung
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Warum Genie und Magie so nahe beieinander liegen

Die Wissenschaft ist ein Abenteuerland
Eine Welt voller Rätsel und Mythen
Es gibt vieles zu Lernen und viel zu entdecken
Doch vor manchem da muss man sich hüten

Es gibt dort Hürden und Hindernisse
Geheime Fallen und auch hinderliche
Hundsgemeine falsch gelegte Fährten
Die selbst gestandene Gelehrte – in die Irre leiten können
Das kostet Zeit und Geld vor allem aber: Nerven

Es gibt Pläne zu schmieden und du brauchst Strategien
Um auf jedem Gebiet geschickt zu navigieren
Doch um diesen Anspruch zu realisieren
Da braucht es hin und wieder: Magie

Wir brauchen Magier*innen, wir brauchen Technik Nerds
Wobei das greift zu kurz–
Weil zu wahrer Zauberei stets mehr als Technisches Know-How gehört
Wir brauchen Bastler, Tüftler, Held*innen der IMAGINATION
Aus deren Köpfen werden selbst in kleinsten Laboren – große Ideen geboren

Sie sammeln Daten und Fakten nicht in staubigen Akten
Sondern Online und weltweit verfügbar
So das alle die wollen darauf zugreifen können
Das erleichtert die Forschungsarbeit spürbar

Wir brauche die Menschen die Forschen
Wir brauchen ihr wertvolles Wissen
Doch ebenso wichtig sind all die
Akteur*innen hinter den Kulissen

Denn die Wissenschaft BLEIBT ein Abenteuerland
Und da besteht man bestimmt nicht alleine
Es braucht jemand mit Spieltrieb und Weitsicht
Und viel Fantasie dicht an unserer Seite.

Denn egal wieviel Geld, Zeit und Technik wir haben
Es wird mehr als nur dieses benötigt
Erst durch die richtigen Prise Magie
Werden Forschungserfolge ermöglicht