Beim 54. DGPs-Kongress in Luxemburg widmet sich ein Symposium unter der Leitung von Prof. Dr. Christian Merz (Projektleiter A09) und Prof. Dr. Adriane Icenhour (Projektleiterin A10) der Frage, wie sich Erkenntnisse zum Extinktionslernen in die klinische Praxis übertragen lassen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Rolle von Stress, Kognition und Interozeption bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von Angst- und Schmerzstörungen sowie mögliche Ansätze zur Verbesserung von Expositionstherapien.
In fünf Beiträgen beleuchten Forschende unter anderem den Einfluss von Stresshormonen auf Extinktionsgedächtnisse, die Bedeutung kognitiver Faktoren bei Angststörungen sowie Mechanismen des schmerzbezogenen und viszeralen Angstlernens. Ergänzend wird untersucht, wie akute und chronische Entzündungsprozesse Lern- und Gedächtnisprozesse beeinflussen und damit zur Aufrechterhaltung von Schmerz beitragen können.
Das Symposium zeigt damit die enge Verbindung von Grundlagenforschung und klinischer Anwendung: Ein besseres Verständnis von Extinktionslernen soll dazu beitragen, neue therapeutische Strategien für Patient:innen mit Angststörungen sowie somatischen und viszeralen Schmerzerkrankungen zu entwickeln. Auch die langjährige Verbindung zur DGPs wird sichtbar: Prof. Dr. Onur Güntürkün (Projektleiter A01, F01, Z, Ö) war 2014 Kongresspräsident der DGPs, die ihren Kongress damals in Bochum ausrichtete.
Der DGPs-Kongress findet vom 7. bis 10. September 2026 in Luxemburg statt; das Symposium ist für den 7. September um 16:30 Uhr angesetzt.
