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Echtes Vergessen ist seltener, als wir denken.

Nikolai Axmacher

Wer kennt es nicht: Man trifft jemanden, an dessen Gesicht man sich erinnert – aber der Name will einem partout nicht einfallen. Eine blöde Situation, vor allem wenn uns das Gegenüber mit unserem Namen anspricht. Die Presseabteilung der Ruhr-Universität Bochum berichtet im Newsportal.

Oft empfinden wir Vergessen als lästiges Ärgernis oder als Krankheits-Syndrom (wie bei einer Alzheimer-Demenz) und vergessen dabei, dass wir es für unsere psychische Gesundheit brauchen, denn unwichtige oder schmerzende Erinnerungen klingen durch das Vergessen ab.

Ein Beispiel einer unwichtigen Erinnerung: Wir müssen uns merken, wo unser Auto steht. Dabei hilft, wenn wir nicht an alle Parkplätze denken, auf denen es jemals stand, sondern lediglich an den aktuellen.

Ein Beispiel einer schmerzlichen Erinnerung: Ein emotional belastendes Erlebnis wie der Tod eines Familienmitgliedes. Der Schmerz verschwindet zwar nie ganz, aber würde er so präsent bleiben wie kurz nach dem Geschehen, würden wir kein vernünftiges Leben mehr führen können.

Vergessen beruht in vielen Fällen jedoch nur scheinbar darauf, dass eine Erinnerung wirklich verloren geht – tatsächlich wird sie oft nur unterdrückt und kann später wieder zum Vorschein kommen.

Scheinbares Vergessen kann im Extremfall sogar dazu führen, dass die unterdrückten Erinnerungen sich auf krankhafte Weise wieder äußern, wie bei der Verdrängung. Echtes Vergessen ist also vermutlich seltener, als wir denken.

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